Erdbebenrütteltisch, Mathematik zum Anfassen und eine besondere Waage

Am 10. Juni 2017 veranstaltete die Bundeswehr zum dritten Mal seit der Einführung im Jahr 2015 den „Tag der Bundeswehr“ und präsentierte sich deutschlandweit an 16 Standorten. Die Universität der Bundeswehr München war eingeladen worden an der Veranstaltung beim Bundessprachenamt in Hürth teilzunehmen. An ihrem Stand hatte sie für die zahlreichen Gäste eine Auswahl an interessanten Forschungsprojekten vorbereitet und informierte über das Studium in Neubiberg.

 

Bebende Modellbauten

„Willst du mal versuchen, ein erdbebensicheres Haus zu bauen?“, fragt Hauptmann Paul Warnstedt vom Institut für Mechanik und Statik einen der jüngeren Besucher. Das lässt dieser sich nicht zweimal sagen und konstruiert mit den kleinen legoähnlichen Gipssteinen ein Bauwerk auf dem für ihn sonderbar anmutenden Tisch. „Bereit?“, fragt Maximilian Garsch, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, und startet danach das Programm des Erdbebenrütteltisches. Er fängt leicht an zu wackeln, dann wird das Rütteln stärker – die Steine fallen in sich zusammen. Für ihr Publikum bauen die beiden Statiker auch selbst kleine Modellbauwerke auf, um mithilfe des simulierten Erdbebens die Stärken und Schwächen der jeweiligen Strukturen aufzuzeigen.

Kniffelige Mathematik

Mathematik zum Anfassen präsentieren Prof. Thomas Apel und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Max Winkler vom Institut für Mathematik und Bauinformatik zusammen mit Student Leutnant Carl Aßmann. Für die Besucherinnen und Besucher haben die Mathematiker einige spielerische Übungen vorbereitet. „Denken Sie, dass Sie diese Zahlen in die richtige Reihenfolge bringen können?“, fordert Prof. Apel einen der Gäste auf und verweist auf ein Zahlen-Puzzle. Nummerierte Fliesen liegen hier durcheinander gemischt auf einer umrahmten Fläche, auf der die Teilnehmer die Zahlen 1 bis 15 – dank einer Lücke – immer um einen Platz verschieben können. Die ersten drei Reihen sind machbar – doch in der letzten Reihe kommen meistens nur Konstellationen wie „13, 15, 14“ heraus, denn bei der Übung besteht nur eine 50-prozentige Chance, die Zahlen in die richtige Reihenfolge zu bekommen. Prof. Apel schmunzelt und erklärt: „In der Mathematik ist es zunächst oft sinnvoll, die Frage nach der Lösbarkeit einer Aufgabe zu untersuchen, bevor man mit ihr beginnt.“

Detaillierte Körperanalyse

Leutnant Christian Janzen, Vertreter des Departments für Sportwissenschaft der Universität, hat einen besonderen Publikumsliebling mit dabei – eine spezielle Waage, die neben dem Gewicht unter anderem noch genaue Angaben zur Fett-, Muskel- und Knochenmasse anzeigen kann. Den ganzen Tag über ist der Student mit Messungen beschäftigt, er erklärt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Ergebnisse und gibt Anregungen, auf welche Angaben man genauer achten sollte und wie man seine Werte verbessern kann.

Insgesamt war die Veranstaltung in Hürth ein voller Erfolg – mehr als 15.000 Gäste besuchten das Gelände des Bundessprachenamts und informierten sich über das große Angebot der Bundeswehr an diesem Tag, das von der Vorführung „Patrouille im Einsatz“ mit Soldaten von Luftwaffe, Heer und Sanitätsdienst über Ausstellungsstücke wie Panzer und Minidrohnen bis hin zu Schnuppersprachkursen und Konferenzdolmetschen reichte.